Mesenich a.d. Sauer

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Wichtige Information für den Anfang:
Mit Wirkung vom 16. März 1974 fand eine Verwaltungsreform statt, bei der die Gemeinde Mesenich in die Gemeinde Langsur eingegliedert wurde. Die Ortschaften Mesenich und Foedelich bildeten den heutigen Ortsbezirk Mesenich. Seitdem findet der Ortsname Foedelich keine Verwendung mehr in Mesenich. Hierbei soll es so gewesen sein, das der ursprüngliche Ort Mesenich eine Siedlung des älteren Ortes Foedelichs gewesen sein soll. Foedelich wird wohl auf das Jahr 200 n.Chr. datiert. Das ist wichtig zu wissen, um den weiteren Verlauf der Geschichte zu verstehen. Das alte Mesenich war das heutige untere Mesenich (mit viel weniger Häusern als heute), das Dorf Foedelich erstreckte sich ungefähr von dem heutigen Kirchweg (auch "Hoppesgass" genannt), bis ins restliche heutige obere Mesenich. Hier wahren ebenfalls viel weniger Häuser. Die schreibweise Ortsnamen wechselte im Laufe der Zeit So findet man Mesenich auch als Mesenig, Födelich als Foedelich, Fedelich usw.



Der Ort Mesenich teilt mit Trier die gemeinsame Verbundenheit mit uraltem Kulturboden.

Wenn 150 n. Chr. ein Wanderer von den Höhen ins Tal links der Sauer schaute, sah er wohl außer Sumpf am Fluß und Wälder am Hang einige Siedlungen; alteingesessene Treverer und Römer führten den Kampf ums Dasein.
Die Heidenlöcher im Pelmberg (Der Hang zwischen Langsur und Mesenich) und das Heldbachbrünchen (am unteren Ende von Mesenich) werden nicht nur solche gesehen haben, die zwischen Felsen und Strauchwerk nachdem damals wundervollen frischen Quellwasser suchten, sondern vielleicht einsame auch Beter am Opferstein. Auf dem Gelände in der Nähe des Eisenbahntunnels fand man beim Bau der Eisenbahnstrecke Igel - Erdorf (1911) eine Kultstätte, ein Tempelchen. Das wirft auf die Besiedlung, wie diese auch immer geartet war, immerhin einiges Licht.

Die Treverer, ein Stamm der Kelten, auch Gälen oder Gallier genannt, wohnten in den Tälern. Sie verbrannten ihre Toten auf Scheiterhaufen. Die Leichenreste wurden in Urnen gesammelt und mit Gefäßen die Speise und Trank, Waffen, Schmuck und Hausgerät enthielten, beigesetzt.

1938 wurden hier in Mesenich beim Bau eines Jugendheims (dies befand sich bei dem heutigen Feuerwehrhaus) bei Ausschachtungsarbeiten Treverergräber freigelegt. Sie waren von Asche, Knochen- und Holzkohleteilchen durchsetzt; dazwischen fanden sich drei Urnen, zwei Näpfe, ein Teller, eine Bronze-Fibel, Vasenscherben, der Teil einer Schere und verrostete Hufnägel.

Es lebten hier ein keltischer Großgrundbesitzer Namens Masiniacus, ein Vatiliniacus und nordwestlich ein Graviniacus. Sie stehen Pate für die - der damaligen Gemeinde Mesenich angehörigen Dörfer mit der Endung iacum: Masiniacum (Mesenich), Vatiliniacum (Födelich) und Graviniacum (das heutige Grewenich). Das sind keltische Ortsnamen.
Um die Gehöfte der drei Großen bildeten sich die Dörfer: Meisenich, Fedelich und Grevenich. Fedelich ist das heutige Obermesenich.
Im Codex Theodosianus 453 n. Chr. hat unser Dorf den Namen Masiniacum. Im laufe der Zeit wandelte sich die Schreibweise der Ortschaften so dass sie zu ihren heutigen Namen kamen.

Die Römer haben Trier zur Kaiserstadt gemacht; nach 286 n. Chr. hatten die Kaiser von Westrom in Trier ihren Herrschersitz bis zum Untergang.
Den einstigen Aufenhalt römischer Familien im alten Mesenich (Masiniacum) bezeugten einst zahlreiche Überreste von Mauer- und Bauwerken. Besonders tat dies eine Landvilla eines römischen Großgrundbesitzers am Berelsbach an einem Landweg, 20 Minuten nördlich von Mesenich.

Kurz nach 1900 hatte das Landesmuseum die Ausgrabungen vorgenommen.
Im Plänter (eine Lagenbezeichnung) und beim Bau des oberen Zollhauses sind bei den Erd- und Bauarbeiten die Leute auch auf römisches Mauerwerk gestoßen.

2008 wird bei Bauarbeiten für eine Garage am Anfang der heutigen Hauptstrasse vom Landesmuseum Rheinland-Pfalz ein römisches Frigidium (ein Kaltbad) ausgegraben, welches man am unteren Ortseingang (Ende Triererstrasse) bestaunen kann. Es wurde wohl auf den Zeitraum 2. Jahrhundert nach Christus datiert.

Im "Pieterberg" steht eine römische Grabkammer, ein Grutenhäuschen. Steinhausen in seiner Archäologischen Siedlungskunde: "Der Typus der Grabkammern wird seit Beginn des dritten Jahrhunderts in unserer Gegend aufgekommen sein" - Um das Jahr 300 war das untere Sauertal verhältnissmässig dicht besiedelt.
Beim Bau von Kasernen, Lagerdörfern, Wasserleitungen, Straßen, Palästen für vornehme Römer wurden unsere Vorfahren, da sie ja zum Römerreich zählten, zu Arbeiten herangezogen.

Die Legionen der römischen Kaiser setzten sich bekanntlich aus Söldnertruppen zusammen; die Leibwächter des Kaisers waren germanische Jungmänner, deren Mut und Treue man rühmte. Alte Legionäre oder durch Verwundung dienstunfähig gewordene Männer schieden aus dem Heer aus. Für den treuen Dienst in der Legion gab es für jeden ein Bauerngut, einerlei ob er Römer, Kelte oder Germane war. So war er versorgt, erbaute sich ein steinernes Wohnhaus mit rotem Ziegeldach.

Unsere Vorfahren gehörten zur Provinz Belgica.

Es konnte nicht ausbleiben, das die überlegene Kultur der Italiker, meistens von uns Römer genannt, auf sie Einfluß gewann.
Händler und Handwerker kamen mit Soldaten aus Italien; von ihnen lernten die Leute hier an der Sauer ihre Fertigkeiten. Der Töpfer formte mit der Töpferscheibe Schüsseln und Krüge, Töpfe und Teller. Der Ziegler brannte Backsteine und Ziegelplatten. Viel Arbeit hatten die Schmiede, die Schuhmacher, Sattler und Bronzegießer. In den Gärten reifte edles Obst und an unseren sonnigen Hängen die Trauben. Nach einbringen der Ernte forderte der Centurio ein Zehntel aller Erträge als Steuer von jedem Gutsherr. In Mesenich und auf seiner Feldmarkung klingt es noch in manchen Namen nach ihrem lateinischen Ursprung:

  1. Cämper — Campus = Feld am Hang (Kemperberg)
  2. Zanoven — novella = neugewonnenes Land (Rodung)
  3. Berelsbach — beeo = Beere (wo noch heute Wildfrüchte wachsen)
  4. Pesch — pascus = Viehweide
  5. Pieter — pictura = ein neu angelegter Weinberg


Wie vielerorts sonst bauten die alten Römer auch hier Landstraßen. Eine verlief von Neuhaus zur Sauermündung bei Wasserbillig, eine echte Höhenstraße im Winkel zwischen Mosel und Sauer; es war eine Querverbindung zwischen der Römerstraße Trier - Köln und Trier - Luxemburg.
Eine zweite führte von Metzdorf über Michelshölzchen und Trieweiler nach Neuhaus.

Die Münzfunde von römischen Kaisern:

  1. Valentinian I. (364 - 375)
  2. Valens (364 - 378)
  3. Theodosius I. (364 -375)
  4. Honorius (395 - 423)

Sie wurden auf dem Mesenicher Bann gemacht.

Im Jahre 355 wurde die Porta Nigra, eine Torburg zum Eingang an der Nordseite in die prächtige Augusta Treverorum, fertig.

Dann begann die große Völkerwanderung. - Vom Niederrhein kamen die Franken; ihnen mußten die römischen Adler weichen. Im Jahr 464 wurde der letzte römische Befehlshaber aus Trier vertrieben. Die Franken eroberten Trier und brannten es völlig nieder, dabei nahmen Sie auch unseren Ort in Besitz. Es kam zu zahlreichen Neugründungen, den "Rodungsorten". Man erkennt Sie an ihren Namen; Sie haben die Endung: ingen, angen, bach, berg, holz, heim, haus, dorf, feld, weiler, rat, rot, scheid. Das sind dann deutsche Dörfer. Unser römisches Masiniacum wurde nun zu Messinich, dann zu Messenig, später erhielt es seinen Endgültigen Namen Mesenich. Ähnlich war es bei Vatiliniacum und Graviniacum, die bald darauf auch deutsch klangen als Voedelich, Fedelich und Greffenig, Grevenich zu Grewenich.

Mesneich gehöhrte zum Moselgau; benachbart waren Bidgau und Saargau.
Allmählich kam auch ein Plan in die Dörfer. In Mesenich wuchs ein Zeilendorf.

Der Landgraf, vom König bestellt, teilte die Flur in Gewanne ein. Zehn bis zwanzig blutsverwandte Familien erhielten zur gemeinsamen Bewirtschaftung einen Landstreifen zugeteilt. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts hatte sich die erbliche Sondernutzung durchgesetzt. Grund und Boden waren immer noch Eigentum des Königs.
Diese dem fränkischen König, (König Chlodwig) später alle frankischen Stämme unter seiner Herrschaft. Er empfing Weihnachten 496 mit 3000 edlen Franken in Reims die Taufe von Bischof St. Remigius (Der Patronat unserer heutigen Kirche).
Dieser unterrichtete ihn danach im christlichen Glauben, Chlodwig änderte aber seine Gesinnung nicht. Er und seine Franken nahmen jedoch das katholische Bekenntnis an; dadurch blieben unsere Vorfahren vor dem arianischen bewährt.

511 starb Chlodwig, seine vier Söhne teilten das Reich. Theuderich, der weitaus mehr als ein Viertel des großen Frankenlandes erhielt, war auch König über das Trierer Land. Das Gebiet Theudrichs erhielt später den Namen Austrasien.
Auf den Wunsch König Theudrichs wählten die Geistlichen in Trier Nicetius zum Bischof. Er ließ Klöster und Kirchen wiederaufbauen; denn Franken und Hunnen hatten große Verwüstung angerichtet. Er sorgte für die Geistlichen und dann kam auch allmählich die katholische Lehre hierher.
Der hl. Nicetius ist 566 nach 40 jährigem Bischofsamt gestorben und ist in St. Maximin beigesetzt.
Im Mittelalter wurden oft Schenkungen vorgenommen, Güter, Ortschaften und Landstreifen. Die älteste Urkunde von Mesenich lautet, daß 808 ein fränkischer Edeling, Hericus, der Abtei Echternach seine Besitzungen in Foedelich schenkte.

Im Visitationsbericht von 1570 erscheint der Pfarrbezirk
a) ausgedehnt, dazu Mesenich auch Grevenich, Metzdorf und Mörsdorf und bis dato auch Udelfangen gehöhrten;
b) der Pfarrbezirk Mesenich erweckt einen recht alten Eindruck.

Die Patrone Remigius, Brictius, Nikolaus, Martinus und Agritius sind in den seit dem 9. Jahrhundert entstandenen Rodungssiedlungen nahezu unbekannt.
Urkundliche Nachrichten über die ersten Kirchen in Mesenich gibt es nur einige.

Im Jahre 1227 überließ der Probst Meffried des Trierer Stiftes St. Paulin dem Stiftskapitel zur Verbesserung der Präbenden (Einnahmen) das Patronatsrecht aller dem Stift angehörenden Pfarreien.
Papst Gregor IX. bestätigte 1231 dem Stiftskapitel den Besitz des Patronatsrechts in Mesenich. Nach einem Weistum des 16. Jahrhunderts bestand in Mesenich eine St. Pauliner Grundherrschaft. Im Ortsteil Foedelich gehörte die Grundherrschaft der Abtei Echternach. Da der Echternacher Besitzt bereits 808 erwähnt wird, mit ihm aber die Kirche nicht verbunden war, darf man die Kirche in Mesenich in einen ursprünglichen Zusammenhang mit der St. Pauliner Grundherrschaft setzen.
Wahrscheinlich gehöhrte Mesenich als Zubehör zu den Gütern um Welschbillig, die König Dagobert I., ein Nachkomme König Theuderus, dem Kloster St. Paulin schenkte.
Das müßte in der 1. Hälfte des 7. Jahrhunderts gewesen sein. Ein Hinweis auf Krongut ergibt eine Urkunde Kaiser Karls IV. von 1346, mit der er Reichsrechte in Foedelich dem Trierer Erzbischof Balduin übertrug.

Nach dem Visitationsberichten seit 1570 wurde die Kirche in Mesenich, als dem Stift St. Paulin eingegliedert betrachtet.
Das Stift bezog den ganzen Zehnten und besoldete den Pfarrvikar mit bestimmten Lieferungen.


Bis zum Jahre 1800 waren der Herren von Mesenich viele.

    A. Geistliche Institute, welche innerhalb der damaligen drei Dörfer (Mesenich, Foedelich, Grewenich) vormals Güter und Einkünfte besaßen, sind die folgenden:
  • 1. Benediktinerabtei Echternach - zu Mesenich und Foedelich begütert
  • 2. Kurfürst Balduin zu Trier - zu Foedelich begütert
  • 3. Kaiserin Maria Theresia von Österreich (Reg. 1740-1780) als Herzogin von Luxemburg - in Foedelich begütert
  • 4. Der Stiftspropst von St. Paulin zu Trier-Land, Wiesen, Wald, Kelterhaus, zu Mesenich, der Nutznießung dem Schultheiß für seine Dienste überlassen war, in Metzdorf hatte der Propst keine Güter, aber als Inhaber der Gerichtsbarkeit die dortige Mühle als Bannmühle. Die Probsteigüter zu Mesenich wurden 1797 zu Luxemburg für die französische Nation versteigert.
  • 5. Das St.-Paulin-Stiftskapitel zu Trier - in Mesenich begütert, auch im Besitz wichtiger Rechte und Einkünfte (Kollatur)
  • 6. Der St.-Paulin-Stiftsdekan zu Trier besaß ein Hofhaus in Mesenich, 120 Morgen Ackerland, 15 Morgen Weinberg sowie drei Wiesen auf allen drei Feldbännern. Dieser Herr, Ludolph von Enscheringen (Enscherange, Luxemburg) , Dr. jur., stiftete im Jahre 1490 das Kreuzherrenkloster zu Helenenberg und vermachte diesem Kloster alle diese Güter. Der auf Bann Mesenich gelegene größte Teil der Kreuzherren-Güter - 1797 in Luxemburg versteigert.
  • 7. Die Wissenbrüder zu Trier (Karmelitenpatres)
  • 8. Die Karthäuserpatres hatte nur einige in Mesenich, aber 20 Morgen in Grevenich.
  • 9. Die Jesuiten zu Trier - ihre Güter in Mesenich wurden 1773 wegen Aufhebung ihres Ordens in Luxemburg für die österreichischen Staatsdomänen versteigert. Das übrige der Kreuzherren und der Benediktiner wurde 1807 in Luxemburg versteigert.
  • 10. Die Benediktinerabtei zu St. Matthias - etliche Güter in Mesenich und Metzdorf - Weinrente
  • 11. Die Augustinerherren zu Trier - in Grevenich bedeutendes Hofgut, Haus über 100 Morgen Land, Weinberge, Wald, alles 1797 in Luxemburg versteigert.
  • 12. Die Deutschritterordenskommende zu Trier hatte Landgüter in Mesenich
  • 13. Die Malteserordenskommende zu Trier besaß Landgüer in Grewenich
  • 14. Das hohe Domkapitel zu Trier war Inhaber von Gütern und bedeutenden Einkünften zu Grevenich. Ihm stand dort die Hälfte der Grundherrlichkeit zu, die ander Hälfte hatte 1500 das adelige St.-Irminen-Damenstift zu Trier.

 

    B. Weltliche Adelige die hierorts begütert waren:
  • 1. Der Landrichter zu Grevenmacher in Gevenich
  • 2. Die Herren Lohmer zu Köln und Düsseldorf hatten ein Haus und Hofgut, weit über 100 Morgen Acker, Weinberg und Wald. Diese Güter lagen zerstreut auf den Bännern der Pfarrei.
  • 3. Die Freiherren Mohr vom Wald zu Betzdorf (Luxemburg) waren Besitzer von Ländereien und Weinbergen zu Metzdorf.


Über den Stand der Bevölkerung in Mesenich bietet das Jahr 1404 den ersten Anhaltspunkt; da wurden dem Stiftsprobst von St. Paulin 13 Weinabgabepflichtige aus dem damaligen Mesenich namhaft gemacht; es wahren wohl ebenso viele Haushalte.
1541 notierte die luxemburgische Landessteuerliste in Mesenich 13 und in Fedelich 6 Feuerstellen.
1624 wurden in Mesenich-Fedelich zusammen nur zwei Feuerstellen gezählt. Die Ursache für diesen enormen Rückgang, war die Pest. Jedoch noch vor 1700 wuchs die Einwohnerzahl wieder und der Ort hatte da schon wieder mehr als 100 Jahre zuvor.
1757 wohnten in Mesenich-Fedelich 26 in Grevenich 10, in Metzdorf 26 und in Mörsdorf 36 Familien, waren 500 bis 600 Leute.

1896 betrug die Einwohnerzahl in Mesenich 300, in Grewenich 76, in Metzdorf 180.

Seitdem ist die Bevölkerung nur wenig gewachsen. Es scheint fast, als sei Mensch der zum Klein bleiben verurteilt, obwohl es nicht an Raum fehlt.
Zur Geschichte unseren kleinen Dorfes gehört auch, wohin die mächtigen Herrscher es zu ihrer Zeit eingliederten.

Infolge der Teilung des fränkischen - karolingischen Kaiserreichs unter den Enkel des Karls des Großen waren wir kurze Zeit lotharingisch (mittelfränkisch). Lothar, ältester Sohn von Ludwig dem Frommen war unser Kaiser. Im Vertrag von Meersen 870 kamen wir zum Reich Ludwigs, des ersten deutschen Königs (ostfränkisch).


1556 kamen wir zur spanischen Herrschaft; wir gehörten zu den spanischen Niederlanden unter Philipp II. Die spanische Herrschaft dauerte bis 1684. Von 1684 - 1697 waren wir unter französicher Herrschaft. Ludwig XIV. (1638 - 1715) überzog unsere Heimat unaufhörlich mit Kriegen; seine Soldaten durchzogen die Sauergegend.

Von Trier aus haben französische Truppenabteilungen im Jahre 1675 das Dorf Ralingen in Brand gesteckt und das Pfarrhaus in Mesenich verwüstet.
Im Friedensvertrag zu Ryswyk bei Haag (III. Raubkrieg) kamen wir wieder zur spanischen Königskrone zurück. Das war 1697. Die spanische Herrschaft war bald zu Ende.


Im Frieden zu Raststatt 1714 kamen die spanischen Niederlande, denen wir angehörten, an die habsburgische-österreichische Monarchie.
Von 1700 - 1714 war nämlich der spanische Erbfolgekrieg, veranlasst durch die Ansprüche die Ludwig XIV. von Frankreich auf die Niederlande erhoben hatte.
In diesem Krieg leistete der Feldherr Prinz Eugen, der edle Ritter, dem deutschen Kaiser Karl VI. gegen Ludwig XIV. große Dienste.
Die österreichische Herrschaft über unsere Heimat dauerte bis 1794.
Im Jahre 1789 brach in Paris die Französische Revolution aus; die Fluten der Revolutionäre wälzten sich über Frankreich bis an den Rhein. Sie warfen alle althergebrachten kirchlichen und staatlichen Verhältnisse über den Haufen.
Wir hatten eine republikanisch-französische Regierung. Im August 1794 rückten die französischen Revolutionshelden in Trier ein. Im Herbst machten sie unter ihrem Divisionsgeneral Moreau in Mesenich Besuch.
Bei Givenich schlugen Sie ein Lager auf. Von dort her wurde hier die alte Kirche geplündert; zwei Kelche, eine Glocke schafften sie in ihr Sammellager nach Grevenmacher. Es ist nicht genau gesagt welcher Anlaß die französischen Scharen hier vorbeiführte. Sicher ist, daß die Bewohner von Mesenich Brot und Fleisch in ihr Quartier bringen mußten.

Abschrift der Urkunde von "Dereshaus":

Was ich der Republik gelibert und Schaden gelitten.

Ein Pferd von 6 Jahren,
das 10 Karolinen geschätzt und bis 8 Karolinen Schaden gelitten.
An Heu und Haber bis an 12 Karolinen

An Eßwaren und Brandwein bis an 16 Karolinen

An kleinem fü bis 6 Karolinen

An den Trauben bis 15 Karolinen

An Leinwand und Kleidern bis 4 Karolinen

(Unterschrift: Dahm)

Eine Karoline = 6 Preußische Taler.
fü = Vieh

Im Jahr 1795 wurden die erorberten Niederlande in neun Departments eingeteilt. Wir gehöhrten zum Département Forêts (zu deutsch: Wälderdepartment). Jedes Department wurde wieder in Arrondissements (Bezirke), die wieder in Cantone (Kreise) eingeteilt.
Mesenich gehöhrte zum Canton Grevenmacher im Arrondissement Luxemburg. Die Cantone wurden aufgeteilt in Agencen, dennen bald die Bennenung Mairie folgte (Mairie = Gemeinde). Mesenich - Fedelich - Grevenich - Mörsdorf wurden zum Komunalverband vereinigt unter dem Namen Mairie de Moersdorf. Der Maier - Mair wohnte zu Fedelich.
Die 20 Jahre unter französischem Regime waren für unsere Vorfahren schwer. Armeelieferungen, Kriegssteuern, Plünderungen, Bedrückungen durch die französischen Beamten vernichteten den bescheidenen Wohlstand.
Trier kam zum Saardepartment. Der Erzbischof mußte fliehen. Ein Franzose wurde in Trier Erzbischof. Die Gerichtsverhandlungen wurden französisch geführt.
Dem Volk ließ man aber seine Sprache.

Schon ab 1712 erhielten die Kinder in Mesenich, Fedelich, Grevenich, Metzdorf und Mörsdorf gemeinsam Unterricht in unserem Ort.

1738 gab es dann ein Schulhaus; 1772 wurde das zweite Schulhaus gebaut, das danach irgendwann zum Spritzenhaus umfunktioniert wurde (Lage nicht genau geklärt).
1820 bis 1929 diente das dritte Haus dem Schulunterricht. Der Lehrer Klein hatte zeitweise 97 Kinder zu unterrichten, italienische auch, deren Väter beim Bahnbau Geld verdienten.
Das 1820 bezogenen Schulhaus wird heute als Jugend- und Gemeindehaus benutzt.

Das 1936 errichtete Jugendheim wurde in den 80ern beim Umbau des Schulhauses zum Jugend- und Gemeindehaus für eine neuen Zufahrt abgerissen. Heute steht dort das neue, jedoch tiefergelegene Feuerwehrhaus.

Die republikanische französische Regierung war 1804 von der kaiserlichen Regierung, des großen Napoleon abgelöst worden; Herrschaft Napoleons endete mit dem Frieden in Paris am 30. Mai 1814. Zu Paris wurden die Sauer wie der Our und die Obermosel bis Wasserbillig Grenzlinien zwischen dem Großherzugtum Luxemburg und Preußen. Auf dem Wiener Kongress (1815) wurde festgesetzt, daß das luxemburgische Land als besonderer Staat des deutschen Bundes mit dem Titel Großherzugtum Luxemburg mit dem übrigen zurückeroberten Teilen der Niederlande dem König der Niederlande, Wilhelm I. zufallen sollte.

Seit 1876 hörte die Stadt Luxemburg also auf, deutsche Bundesfestsetzung zu sein.


Mit dem 30. Mai 1814 (Pariser Friede) waren wir hier unter die gemeinsame Oberhoheit der "hohen" Verbündeten Österreich, Preußen, Rußland und Großbritannien gekommen.
Im Februar 1815 kam unsere Heimat auf Grund von Vereinbarungen unter den "hohen" Verbündeten an die Krone Preußens. Am 5. April 1815 erging dann durch den preußischen König Friedrich-Wilhelm III. die Besitzergreifungsorder an uns.

183 km lang ist der Lauf der Sauer, welcher von Vaux les Rosiéres in den belgischen Ardennen bis Wasserbillig, dem tiefsten Punkt des Großherzugtums. Schön lang streckt sich die Ortschaft am Saum der Sauer von der Mündung des Stegbachs bis zu der des Heldbachs. Hier werkelten die Müller, zeitweise in fünf Mühlen; weite Müllerfahrten wurden ausgeführt. - Der Reichtum der Sauer an guten Fischen (Salme, Aale) war damals sehr bekannt. Eine Urkunde aus dem Jahre 1404 enthält die Verpachtung der Fischerei in Mesenich.
Verpächter ist der Propst von St. Paulin. In der Urkunde heißt es:

"Die jährlich Bedungen fünf Aale sind zu Martini, die fünf Lamperten sind zur Zeit des Fanges zu liefern."

Mithin wurden vor mehr als 500 Jahren schon Reusen hier gehoben und Wehre gebaut. Seit 60 Jahren stehen die Wehre wie vergessen an der "Ellerwies" bei Schumill (frei übersetzt: Schu's Mühle, die einzige heutige noch existierende Mühle in Mesenich, Bei Sturmsmill (war ungefähr auf der Höhe der Kläranlage) und im Pelmberg (in der Kurve zwischen Langsur und Mesenich).
Wegen einseitiger Probleme mit Genehmigungen wurden diese wohl nicht mehr aufgebaut. So kamen die Angler, die Erhohlung suchten auf deutscher, wie auch auf luxemburgischer Seite.
Kein Salm, doch viele Weißfische, seltener Aale, gingen an den Haken.
Die Sauer war in den früheren Zeiten wichtig für den Transport.

Die Fahrt nach Trier und Grevenmacher ging über den Heldberg. (Der Berg zwischen Langsur und Mesenich in der Kurve). 1891 wurde die erste Straße entlang der Sauer nach Langsur gebaut, bis dato transportierte man alles den Berg hinauf, über den Berg in die entsprechende Richtung.

1870 wurden die Söhne von Mesenich zu Wehrdiensten im preußischen Reich herangezogen.
Die Eisenbahnstrecke Trier-West → Bitburg war noch nicht fertig, da brach der 1. Weltkrieg aus.

1914/1918 - Unsere Jungen kämpften und bluteten für die Heimat. In Mesenich fielen 18 und im II. Weltkrieg 1938/1945 starben 26 an der Front.
Der II. Weltkrieg war ein großes Unglück, insbesondere für die Menschen im Grenzland, in der Roten Zone. Mit dem Bau des Westwalls hatte es angefangen.
Keiner konnte dagegen an. Zum Kriegsbeginn wurden die Frauen, Kinder und Alten nach Mitteldeutschland "evakuiert". Mesenich im Kranz der Bunker wurde von freindlicher Artillerie vom 12. September 1944 an beschossen. Da wurde die vollständige Räumung durchegeführt, diesmal in die Dörfer über dem Berg jenseits der Bitburger Straße und an die Mosel sowie in den Hochwald. Die Kriegsfurie hat sich hier ausgetobt.
Im März 1945 wagten sich die ersten her und blieben. Kein Gebäude ohne Granateneinschläge; manche Häuser hatten mehr als zehn davon abbekommen. Die Männer flickten die Dächer, vielfach mit Bunkerplatten. Sie räumten die Straßen von dem hässlichen Kriegsgerümpel, machten die Straßenlöcher zu.
Die gefährlichste Arbeit war das Minenentschärfen, das sollten nur Sachkundige vornehmen; zwei Schuljungen, Brüder von elf und neun Jahren sind am 12. Dezember 1945 dabei tödlich verunglückt.
Alle Grundstücke zwischen Bahn und Sauer waren vermint. Da konnten die Frauen nichts im Garten anfangen.
Im Stall kein Pferd, wenige Kühe nur, kein Schwein zum Schlachten, kein Huhn. Das saßen sie und strickten, manche besannen sich aufs Spinnen, es gab nichts zu kaufen, und die Frauen kochten Suppen.
Zum Jahresausgang von 1945 leuchtete endlich wieder das elektrische Licht.
Im Juni 1948 wurden jedem Bürger 40 DM - die damalige neue Währung ausgehändigt. Das frühere Geld hatte seine Kaufkraft verloren. "Preise und Löhne bleiben!", lautete es behördlicherseits.
Zu Geld kam man hier im Herbst durch den Weinverkauf. Als Glas in die Fenster kam, dünkte man sich direkt vornehm.
Die Sauer ist heil geblieben, die Kriegsschäden sind behoben, manche Neubauten wurden errichtet. Auf der Flur von Mesenich ging es vor 30 Jahren anders zu als vor 60 Jahren. Kein Pferde- oder Kuhgespann. Auf geteerten Wegen fahren die Traktoren an die Ackerbreiten. Von der Bestellung bis zur Ernte - alles mit Maschinen. An ungelegenen Stellen, wo nichts anzufangen ist, weiden zwischen Elektrozäunen Rinder. Die Weinberge bedeuten in Mesenich zu der Zeit mehr. Die Alten erledigten die Arbeit am Stock während die Jungen die Bodenarbeit besorgten, natürlich maschinell. So weit, so gut.


Anstelle der 1915 eröffneten und wahrscheinlich 1968 stillgelegten Eisenbahnlinie, führt die Trasse der Sauertalstrasse (B418) als Uferstrasse den Hauptverbindungsweg fort.
Die einzigen heutigen existierenden Zeugnisse dieser Eisenbahnlinie sind das Bahnwärterhäuschen und der schwer zugängliche Eisenbahntunnel am unteren Ende der Triererstraße. Der Bahnhof wurde wegen dem Bau der mittleren Ortseinfahrt von der B418 abgerissen, man vermutet das die Schuttreste zum Bau dieser Einfahrt gedient haben.

1949 wurden erste Überlegungen angestellt, eine grenzüberschreitende Autobahnverbindung zwischen Trier und Luxemburg zu schaffen, 1964 wurde dessen Planung in Deutschland durchgeführt und 1966 erarbeitete eine deutsch-luxemburgische Planungsgruppe den endgültigen Plan dieser Strecke. Man entschied, das die Grenzüberschreitung bei Mesenich stattfinden sollte. Am 6. 9. 1983 fand der erste Spatenstich zum Bau der Sauertalbrücke statt, die Grenzüberschreitung dieser Brücke fand am 29. 7. 1986 statt. Die Verkehrsfreigabe der Brücke fand dann am 17. 12. 1987 statt.


Weitere Ergänzungen:

2000 wurde das erste Mal die ADAC Rallye Deutschland in Trier ausgetragen. Der Steckenverlauf des Kurses "Sauertal I" führte auch durch die höheren Lagen von Mesenich. Leute aus der ganzen Welt besuchten uns - Mesenich wurde hierfür einen Tag lang gesperrt.

Irgendwann im Verlauf des zweiten Weltkriegs wurde die Eisenbahnlinie wegen Kriegsschäden stillgelegt, erst am 14. November 1950 wurde sie dann wieder eröffnet, der letzte Zug rollte am 29. 09. 1968 über die Schienen.


Bis 1888 wurde ein Schulgeld erhoben, daß 1888 durch ein Gesetz aufgehoben wurde. Die Eltern mussten bis dato 23 Silbergroschen und 8 Pfennig bezahlen.
Weil die Lehrer wegen Geldnöten sich Geschenke zu kommen ließen, erging 1882 ein Gesetz durch die königl. Regierung, das dies unterbinden sollte.

Das Jugendheim, welches nicht mehr existiert, wurde 1963 aufwendig renoviert, um den Schülern einen 2. Schulraum zu bieten. Dies sorgte für eine Steigerung der Ausbildungsqualität.

Eine alte Kirche stand 1899 im Bereich des heutigen Friedhofs, 1712 ergingen Meldungen, wonach diese vom Einsturz bedroht sei, 1758 war sie bereits weit 1/3 zu klein. Die Kirche stand damals auf dem Anwesen der damaligen Gartenstr. Nr. 1 1774 wurde das Kaplanshaus errichtet (auf dem Anwesen in der Triererstrasse 22) es diente vor 1820 als Schulgebäude. Vermutlich wurde es 1820 wegen Einsturzgefahr abgerissen und das heutige Gebäude dort errichtet.

In einem nicht näher benannten Dokument (was online recherchierbar ist), wird von einem Dr. G. Bärsch 1855 angegeben, das der in diesem Artikel benannte Herr Ludolph von Enscheringen bei dem Kloster Helenenberg bei Welschbillig beigesetzt wurde. Er war auch der Kanzler des Trier'schen Erzbischof's Johann II. (Markgrafen von Baden).

Benutzte Quellen:

Geschichte des Ortes Mesenich, der Gemeinde Langsur im Internet (www.langsur.info)

Ein Artikel in der "Mosella" vom Juli 1977 (Nr. 2): "Vom römischen Masiniacum bis zum heutigen Mesenich" von Maria Scheuer. (Bereitgestellt durch eine freundliche Unterstützung des Stadtarchivs Trier).

Maria Scheuer verwendete die Quellen:
1. Archäologische Siedlungskunde des Trierer Landes von Josef Steinhausen. Herausgegeben vom Rheinischen Landesmuseum Trier - 1936
2. Siedlung und Pfarrorganisationen im alten Erzbistum Trier; Das Landkapitel Kyllburg-Bitburg von Ferdinand Pauli - Trier 1963 im Selbstverlag des Bistumsarchivs Trier.
3. Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diozöse Trier von Dr. Philipp de Lorenzi - 1887
4. Geschichte der Pfarreien des Dekanates Konz, bearbeitet von Pfarrer Nikolaus Thielen. Herausgegeben von Prof. Dr. Matthias Schuler - 1932
5. Das ehemals existierende Pfarrarchiv der Pfarrgemeinde Mesenich (heute Teil des Bistumsarchiv des Bistum Trier)

Weitere benutzte Quellen (Redaktion):
1. Landeshauptarchiv Rheinland-Pfalz (Diverse Einträge zu Mesenich und Födelich)
2. Landeshauptarchiv Hessen (Diverse Einträge zu Mesenich und Födelich)
3. Bistumsarchiv Bistum Trier (Pfarrarchiv Mesenich und Pfarrarchiv Welschbillig)
4. Stadtarchiv Stadt Trier (Diverse Einträge zu Mesenich und Födelich)
5. Nationalarchiv Luxembourg (Diverse Einträge zu Mesenich und Födelich)
6. Bibliothek der Uni Heidelberg

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